Kinder des Krieges. Europa und Afrika.

Das Schicksal von Kindern, die während unterschiedlichster kriegerischer Konflikte des 20. Jhdts. zwischen ausländischen Soldaten und einheimischen Frauen gezeugt wurden - die sogenannten Kinder des Krieges / Children born of war -  ist sowohl Forschungsthema am LBI für Kriegsfolgenforschung (BIK), als auch eines speziellen EU-Trainingsprogramms. Lukas Schretter, Dissertant am BIK, forscht dazu in Europa ("Kinder britischer Besatzungssoldaten und österreichischen Frauen") und in Afrika.

Untersucht werden hierbei auch Möglichkeiten zur Bewältigung der Vorurteile, welchen die Mütter und ihre Kinder ausgesetzt sind. Diese Vorurteile, besonders die Assoziation der Kinder mit dem "Feind", behindern nach wie vor eine erfolgreiche Integration dieser Personen in eine Nachkriegsgesellschaft. In Uganda nimmt Lukas Schretter im Rahmen des EU-Trainingsprogramms an Gemeindeversammlungen teil, die zur Förderung der Kinderrechte und Geschlechtergleichstellung beitragen sollen. Außerdem begleitet Schretter die vor kurzem gegründete lokale NGO „Empowerment  Action for Community Health Uganda“ (EACH), deren Ziel die Errichtung eines psycho-sozialen Rehabilitationszentrums unter anderem für ehemalige KindersoldatInnen der Lord’s Resistance Army ist, bei Besuchen in den ländlichen Gemeinden.

Schretter verfasst seine Dissertation zu den Nachkommen britischer Besatzungssoldaten und österreichischer Frauen nach dem Zweiten Weltkrieg innerhalb des EU-geförderten interdisziplinären Marie Skłodowska-Curie Actions Innovative Training Network „Children Born of War – Past, Present, Future“. Das Dissertationsvorhaben ist am Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung in Graz angesiedelt und wird von Barbara Stelzl-Marx betreut.

Derzeit absolviert Schretter im Rahmen des EU-Training Network eine Fortbildung in Uganda. Noch bis Ende April 2017 ist er im „Social Protection Department“ der im Jahr 2000 gegründeten ugandischen NGO „Facilitation for Peace and Development“ (FAPAD) tätig, wo er an Gemeindeversammlungen teilnimmt und Interessensvertreter in der Region Lango trifft. Auch die zuvor erwähnte NGO „Empowerment  Action for Community Health Uganda“ (EACH), wird von Schretter begleitet.

In einem Seminar zu Methoden der qualitativen Sozialforschung an der UC University (Kampala Campus), geleitet von Allen Kiconco, hielt Schretter am 1. April 2017 einen Gastvortrag über sein Forschungsprojekt.
Neben seiner Präsentation zu Fragestellungen und methodischen Herausforderungen in der Forschung zu „Kindern des Krieges“, diskutierte er mit den Studierenden auch über deren Recherchevorhaben und Forschungsstrategien.

Homepage des EU-Projektes „Children Born of War. Past, Present, Future“: www.chibow.org