01.02.2021 von

Die Qualität der Forschung sicherstellen – Evaluationen im Jahr 2020

Um konstant qualitativ hochwertige Forschung zu gewährleisten, evaluiert die Ludwig Boltzmann Gesellschaft regelmäßig ihre Forschungseinheiten. Diese Evaluationen erfolgen durch unabhängige Kommissionen, bestehend aus internationalen ExpertInnen aus dem jeweiligen wissenschaftlichen Fachgebiet sowie SpezialistInnen für wissenschaftliche Evaluierungen und Forschungsmanagement. Auf diesem Wege wird sichergestellt, dass höchste Standards eingehalten und erstklassige Forschungsergebnisse produziert werden.

2020 wurden fünf Forschungseinheiten der LBG Evaluationen unterzogen; pandemiebedingt fanden die Evaluationen als Online-Meetings statt. Alle fünf Institute wiesen eine sehr hohe Qualität bei ihren Forschungsaktivitäten auf und werden aufgrund ihrer guten Ergebnisse von der LBG weiter finanziert.

Ludwig Boltzmann Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie (LBI ArchPro)

Das LBI für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie widmet sich der Entwicklung und Anwendung neuartiger Methoden zur effizienten und zerstörungsfreien Detektion, Dokumentation, Visualisierung, Analyse und Interpretation archäologischer Landschaften. Ziel ist es, die archäologische Prospektion zu einem außergewöhnlich leistungsfähigen theoretischen und methodischen Werkzeug für archäologische Forschung und Rettungsarchäologie zu entwickeln.

RESÜMEE: Die Arbeit des LBI ArchPro wurde von den EvaluatorInnen als herausragend eingestuft und dem Institut ein exzeptioneller Forschungsstandard internationaler Dimension und Relevanz attestiert. Die Verbindung der Forschungsthemen mit einer gesamthaften Bearbeitungskette von der Akquise über die Interpretation bis hin zur Visualisierung archäologischer Daten mache die Originalität und hohe Relevanz des Instituts für die internationale Forschungscommunity aus. Die erfolgreiche Integration und Balance von Grundlagen- und angewandter Forschung, großflächigen Projektionsprojekten und Verbreitungsaktivitäten der Forschungsergebnisse sowie das äußerst bemerkenswerte und engagierte Partnernetzwerk stellen einen großen Wettbewerbsvorteil des LBI gegenüber vergleichbaren Einrichtungen dar.

EvaluatorInnen-Panel

  • Valérie Gouet-Brunet, Université Gustave Eiffel/IGN (FR)
  • Tomasz Herbich, Polish Academy of Sciences (PL)
  • Franco Niccolucci, University of Florence (IT)
  • Björn Brüsch, Leibniz Gemeinschaft (DE)

Ludwig Boltzmann Institute for Digital History (LBI DH) (ehemals LBI für Geschichte und Gesellschaft)

Das LBI for Digital History konzentriert sich auf die wissenschaftliche Erforschung von Geschichte und Gesellschaft unter Einsatz und Entwicklung digitaler Technologien. Zu den Arbeitsschwerpunkten zählen Visual History, Urban Studies und Urban History, Cultural Studies, Österreichische Geschichte im 20. und 21. Jahrhundert sowie Holocaust Studies.

RESÜMEE: Die EvaluatorInnen attestieren den Institutsaktivitäten beeindruckende Qualität, internationale Verbreitung und Wirkung, Originalität und innovative methodische Zugänge zu relevanten zeit- und kulturgeschichtlichen Themen. Die Umstrukturierung der letzten vier Jahre sei sehr gut ausgeführt und ein eigenständiger Weg in Richtung Forschungsexzellenz eingeschlagen worden. Das LBI for Digital History zeichne sich durch die Anwendung digitaler Forschungswerkzeuge und deren eigenständige technologische Anpassung und (Weiter-)Entwicklung für die gewählten Themenstellungen und damit verbundenen interdisziplinären Herausforderungen aus.

EvaluatorInnen-Panel

  • Jeremy Hicks, Queen Mary University of London (UK)
  • i.R. Gertrud Koch, Freie Universität Berlin (DE)/Brown University (US)
  • Lisa Silverman, University of Wisconsin-Milwaukee (US)
  • Verena Kremling, Universität Freiburg (DE)

Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung (BIK)

Das LBI für Kriegsfolgenforschung untersucht seit seiner Gründung 1993 die staatlichen, gesellschaftlichen, ökonomischen sowie sozialen, humanitären und kulturellen Auswirkungen von Kriegen und Konflikten des 20. Jahrhunderts. Die Forschung des Instituts konzentriert sich um vier Programmlinien: „Weltkriege“, „Kalter Krieg“, „Kinder des Krieges“ und „Migration“.

RESÜMEE: Nach den Umstrukturierungen der letzten vier Jahre präsentiere sich das Institut nun äußerst gut und generiere nunmehr als Einzelinstitut hervorragende Arbeit. Das vorhandene hohe Potenzial der Programmlinien könne laut Evaluierungsgremium durch strukturelle und inhaltliche Adjustierung weiter angehoben werden. Im Vergleich zur Größenordnung des Instituts werden bemerkenswerte Erfolge bei der Drittmitteleinwerbung erzielt.

EvaluatorInnen-Panel

  • Dr. Caroline Kennedy-Pipe, Loughborough University (UK)
  • Dr. Wolfgang Krieger, Philipps-Universität Marburg (DE)
  • Dr. Jochen Oltmer, Universität Osnabrück (DE)
  • Christine Petry, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DE)

Ludwig Boltzmann Institut für Lungengefäßforschung (LBI LVR)

Die Forschung am LBI LVR hat zum Ziel, durch neuartige und nichtinvasive Methoden einen wesentlichen Beitrag zur Früherkennung von pulmonalen Gefäßerkrankungen einschließlich pulmonaler Hypertonie zu leisten und innovative therapeutische Strategien zur Verbesserung der Prognose und der Lebensqualität von Betroffenen dieser schweren Erkrankung zu entwickeln.

RESÜMEE: Die EvaluatorInnen bewerteten die Arbeit des LBI für Lungengefäßforschung als seine bisher erfolgreichste und die wissenschaftliche Leistung in den drei Programmlinien – „Molecular Pathways“, „Clinical Arm“ und „Translational Platform“ – als durchgängig ausgezeichnet mit hochinnovativen Forschungszielen. Auch das Zusammenspiel der Partnerorganisationen wurde von der Evaluierungskommission hervorgehoben. Das Institut erfülle mit seiner Industriekooperation und der angestrebten Integration in die Medizinische Universität Graz sehr schön die ursprünglich beabsichtigte „Inkubator“-Philosophie der Ludwig Boltzmann Gesellschaft.

EvaluatorInnen-Panel

  • Lucie Clapp, University College London (UK)
  • George Giannakoulas, University of Thessaloniki (GR)
  • Dr. Adam Torbicki, Centre of Postgraduate Medical Education Otwock (PL)
  • Christine Petry, Deutsche Forschungsgemeinschaft (DE)

Ludwig Boltzmann Institut für Kardiovaskuläre Forschung (LBI Cardio)

Das LBI für Kardiovaskuläre Forschung befasst sich mit der interdisziplinären Erforschung von Therapien für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Mission des Instituts ist es, durch einen integrierten und interdisziplinären Ansatz international wettbewerbsfähige Forschung zu betreiben, durch eine Schwerpunktsetzung auf Pathophysiologie, Diagnose und Therapie im Bereich der kardiovaskulären Medizin.

RESÜMEE: Die EvaluatorInnen bewerteten die Forschungsfragen, die das Institut bearbeitet, als hochrelevant und attestierten den einzelnen Key Researchern ein gutes „Standing“. Die Kommission empfahl, die sehr gute Arbeit durch eine klare gemeinsame Forschungsrichtung und stärkere Fokussetzung noch weiter zu verbessern.

EvaluatorInnen-Panel

  • Paolo G. Camici, San Raffaele Hospital Milan (IT)
  • Joost P. G. Sluijter, University Medical Center Utrecht (NL)
  • Dr. Dr. Christian Jung, Universitätsklinikum Düsseldorf (DE)
  • Vera Stadelmann, Deutsche Forschungsgesellschaft (DE)