COVID-19 Support Measure: OIS Research Enrichment Fund

Der Open Innovation in Science Enrichment Fund unterstützt Projekte von Ludwig Boltzmann Instituten, die sich mit den Herausforderungen der aktuellen "Corona-Krise" auseinandersetzen und damit dazu beitragen, die Wirkung der Forschung zu erhöhen. Die unterstützten Projekte wenden Open Innovation Methoden in der Wissenschaft an, um unter Einbindung von externen Wissensquellen (z.B. von Nutzer*innen, Patient*innen, Unternehmen, Forscher*innen anderer Disziplinen, öffentlichen Organisationen oder der breiten Öffentlichkeit) gemeinsam mit diesen Lösungsansätze zu aktuellen Problemen generieren und Maßnahmen implementieren zu können.

Die Open Innovation in Science-Projekte der Ludwig Boltzmann Institute stellen die Betroffenen in den Mittelpunkt und beziehen diese von Anfang an in die Generierung von Lösungsansätzen ein, mit dem Ziel, gemeinsam die Herausforderungen der „Corona-Krise“ zu bewältigen.  

Wir freuen uns, spannende Open Innovation in Science-Projekte der LBI mit dem OIS Enrichment Fund zu unterstützen und diese hier fortlaufend vorstellen zu dürfen!

 

Projekte

  1. Ludwig Boltzmann Institute for Digital Health and Prevention: Co-production of home-based digital support for cardiac patients to continue with rehabilitation during COVID-19 social isolation restrictions
  2. Ludwig Boltzmann Institute for Applied Diagnostics: Empowering a Vulnerable Societal Group During the Corona Crisis
  3. Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte: Offene Forschung hinter verschlossenen Türen: Eine Einschätzung der Auswirkungen von COVID-19 Regelungen auf Personen im Maßnahmenvollzug

Projekt: Co-production of home-based digital support for cardiac patients to continue with rehabilitation during COVID-19 social isolation restrictions

Institut/Forschungsgruppe: Ludwig Boltzmann Institute for Digital Health and Prevention

Antragsteller: Univ.-Prof. Dr. Dr. Josef Niebauer, MBA

Beantragte Summe: EUR 76.520,-

Projekt: Die Coronakrise hat dazu geführt, dass ambulante kardiologische Rehabilitation von heute auf morgen geschlossen werden musste und PatientInnen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen ohne Vorbereitung in deren Alltag entlassen wurden – ein Alltag der nie zuvor dagewesenen Selbstisolation.

In diesem Projekt wollen wir diese Ausnahmesituation durch die Bereitstellung digitaler Resourcen lindern, und dadurch PatientInnen in der Fortführung der begonnenen kardiologischen Rehabilitation zu Hause unterstützten. Unter der Anwendung von Open Innovation in Science Methoden (Co-Production, Co-Design und Community Building), testen, adaptieren und evaluieren wir digitale Ressourcen gemeinsam mit PatientInnen, ExpertInnen und WissenschaftlerInnen des Salzburger Universitätsinstituts für Sportmedizin.

Im Ergebnis wird dieses Projekt PatientInnen während dieser schwierigen Zeit bestmöglich durch digitale Technologien in der Rehabilitation derer Herz-Kreislauf-Erkrankungen unterstützen. In weiterer Folge gehen wir davon aus, dass aus diesem Projekt wichtige Lernerfahrungen und Wissensgewinne gezogen werden können, welche direkt dem übergeordneten Forschungsprogramm des Instituts zugutekommen werden.

Projektteam: Das internationale und interdisziplinäre Projektteam umfasst Josef Niebauer, Stefan Tino Kulnik, Andreas Egger, Rada Hussein, Josef Niebauer, Bernhard Reich, Mahdi Sareban, Andreas Stainer-Hochgatterer, Thomas Stütz.

Institut: Das neue Ludwig Boltzmann Institut (LBI) für digitale Gesundheit und Prävention ist am Universitätsinstitut für Sportmedizin des Uniklinikums Salzburg (Leitung: Prim. Univ.-Prof. Dr. Dr. Josef Niebauer, MBA) angesiedelt. Das internationale, interdisziplinäre Team hat sich zum Ziel gesetzt, mittels neuer digitaler Technologien Herzpatienten dabei zu unterstützen, langfristig, nachhaltig, effizient und effektiv gesundheitsfördernde Lebensstiländerungen umzusetzen. Konsortialpartner sind die Fachhochschule Salzburg, die Paris-Lodron Universität Salzburg, die Salzburg Research Forschungsgesellschaft, das Austrian Institute of Technology und das Land Salzburg.


Projekt: Empowering a Vulnerable Societal Group During the Corona Crisis

Institut/Forschungsgruppe: Ludwig Boltzmann Institute for Applied Diagnostics

Antragsteller: assoc. Prof. Dr. Markus Mitterhauser

Beantragte Summe: EUR 78.000,-

Projekt: SARS-CoV-2 trifft die gesamte Gesellschaft – Menschen mit Prostatakrebs finden sich jedoch in einer besonders herausfordernden Situation wieder: Der für das Gesundwerden und -bleiben so erforderliche Austausch mit betreuendem Fachpersonal, Bezugspersonen und anderen Menschen, die Ähnliches erleben, ist stark eingeschränkt.

Das Projekt „Patient Involvement in Oncology" (PATIO) ist ursprünglich im Rahmen des LOIS II entstanden. Unterstützt durch das LBG OIS Center setzen wir nun alles daran, gemeinsam mit der „Selbsthilfe Prostatakrebs" einen Dialog mit den Betroffenen herzustellen und ihnen in der Forschung Gehör zu verschaffen. Mehr denn je beschäftigen uns die Fragen: Was fordert die Patienten und ihre Angehörigen aktuell am meisten? Welche Lösungen haben sie gefunden, die sich positiv auf ihre Lebensqualität auswirken? Das Projekt trägt dazu bei, gemeinsam mit und für Menschen einer der viel beschriebenen „vulnerablen Gruppe" ein Werkzeug zu schaffen, mit dem sie ihre Bedürfnisse und ihr Erfahrungswissen bündeln können. Während der sozialen Isolation ist es umso wichtiger, die Betroffenen in zweierlei Hinsicht zu ermächtigen: ihre Expertise zu schätzen und den Erfahrungsaustausch zu unterstützen. Dafür wird in den kommenden Monaten gemeinsam mit 10 Betroffenen (Co-Creators) eine (technische) Kommunikationslösung entwickelt.

Mit PATIO entsteht eine Informations- und Unterstützungsplattform, aber auch eine einzigartige direkte Verbindung zur zielgerichteten Forschung – Stichwort personalisierte Medizin 2.0. Gesammelte Herausforderungen, Bedürfnisse und individuelle Lösungen von Betroffenen werden der Allgemeinheit zugänglich gemacht und zugleich der Forschungsgemeinschaft bereitgestellt, um Forschungslücken rasch zu schließen.

Projektteam: Markus Mitterhauser, Sanja Mijailovic und Marie Niederleithinger bilden gemeinsam mit der Sprach- und Geisteswissenschaftlerin Amelie Dorn und dem Experten und nach eigener Aussage „Urgestein der Prostatakrebs-Szene in Österreich und Europa", Ekkehard Büchler, das Kernteam.

Institut: Das Ludwig Boltzmann Institute for Applied Diagnostics forscht an einer minimal invasiven, personalisierten Diagnostik bei Prostata- und Dickdarmkrebs. Konsortialpartner des Instituts sind die Medizinische Universität Wien, IASON GmbH, Molecular Diagnostics Group, GE Health Care Life Sciences, Charles River und die Universität Wien.


Projekt:  Offene Forschung hinter verschlossenen Türen: Eine Einschätzung der Auswirkungen von COVID-19 Regelungen auf Personen im Maßnahmenvollzug

Institut/Forschungsgruppe: Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte

Antragstellerin: Giuliana Monina

Beantragte Summe: EUR 61.640,-

Projekt: Die Covid-19 Pandemie hat einen immensen Einfluss auf das Leben von Millionen von Menschen; ebenso und insbesondere auch auf das Leben von Personen in Justizanstalten. Personen mit psychosozialen und intellektuellen Beeinträchtigungen, denen die Freiheit entzogen ist, befinden sich in einer besonders vulnerablen Situation, da sie in Justizanstalten überrepräsentiert sind und „aufgrund der einstellungsbezogenen, Umfeld bedingten und institutionellen Hindernissen, welche im Zuge der Covid-19 Regelungen reproduziert werden, disproportional betroffen sind“, wie das Büro der Hohen Kommissarin für Menschenrechte (OHCHR) betont.

Das Projekt wird in Kooperation mit Partnerorganisationen aus Österreich, Italien und Deutschland durchgeführt. Es zielt darauf ab die  Herausforderungen, welchen Personen mit psychosozialen und intellektuellen Beeinträchtigungen, die aufgrund ihres strafbaren Verhaltens und/oder nach Ausschluss der strafrechtlichen Verantwortung angehalten oder untergebracht sind, während der Covid-19 Pandemie begegnen, zu verstehen und aufzuzeigen. Konkret soll das Projekt Empfehlungen entwickeln, wie die Situation von Personen im Maßnahmenvollzug während Pandemien verbessert werden kann. Gleichzeitig soll in der Öffentlichkeit und unter relevanten Akteur*innen Bewusstsein für das Thema geschaffen werden.

Um diese Ziele zu erreichen, wird das Forschungsteam Methoden der offenen Wissenschaft und Innovation anwenden. Das Projekt basiert auf der effektiven Beteiligung von betroffenen Personen und deren Angehörigen. Das Projektteam wird weiters nationale und internationale Interessensvertreter*innen, wie z. B. Anwält*innen, Vertreter*innen von extramuralen Einrichtungen etc., miteinbeziehen. Zudem werden Partnerorganisation mit langjähriger Erfahrung in diesem Feld, unter anderem auch Selbst- und Interessensvertretungsorganisationen, das Projekt mitgestalten, um die tatsächliche Teilhabe und Ermächtigung von Personen mit gelebter Erfahrung in dem Bereich sicherzustellen.

Projektteam: Nora Katona, Giuliana Monina sowie VertreterInnen der Partnerorganisationen

Projektpartner: Selbst- und Interessenvertretung zum Maßnahmenvollzug (Österreich), Fachhochschule Dortmund (Deutschland), Antigone (Italien)

Institut: Das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte (BIM) ist Österreichs führendes Menschenrechtsinstitut. Das BIM arbeitet es an der Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis und bringt seine Expertise als Entscheidungsgrundlage in öffentliche Debatten ein. Durch seine Anbindung an die Universität Wien ist das BIM in der Lage, exzellente akademische Forschung mit der Anwendungsorientierung der außeruniversitären Forschung zu kombinieren. Das BIM ist national, europaweit und international bestens vernetzt. Die Abteilung Menschenwürde und öffentliche Sicherheit hat umfangreiche Forschungsarbeiten über die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Verhütung von Folter durchgeführt. Neben der Forschung nutzt die Abteilung ihr Fachwissen und ihre Erfahrung bei der Untersuchung und Überwachung von Menschenrechtsverletzungen, um evidenzbasierte und gezielte Beratung sowie Unterstützung für Akteure der Folterprävention anzubieten. Darüber hinaus koordiniert die Abteilung die globale Informationsplattform "Atlas der Folter" zur Prävention von Folter und Misshandlung.