Direktor des Ludwig Boltzmann Instituts for Rare and Undiagnosed Diseases wird neuer wissenschaftlicher Direktor der St. Anna Kindekrebsforschung

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Assoc.-Prof. Dr. Kaan Boztug , Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts for Rare and Undiagnosed Diseases und führender Experte für angeborene seltene Erkrankungen der Blutbildung und des Immunsystems, übernimmt per 4. März 2019 die Agenden des wissenschaftlichen Direktors der St. Anna Kinderkrebsforschung. Kaan Boztug wurde in einem kompetitiven internationalen Ausschreibungsverfahren als Top-Kandidat für die Stelle des wissenschaftlichen Direktors ausgewählt. Kinderkrebs ist in Europa mit 20.000 Neudiagnosen und 6.000 Todesfällen pro Jahr die tödlichste Erkrankung bei Kindern ab einem Jahr.

Mit der St. Anna Kinderkrebsforschung verbindet den neu ernannten wissenschaftlichen Direktor Kaan Boztug bereits eine mehrjährige Erfolgsgeschichte: Als Oberarzt in der Pädiatrischen Onkologie und Leiter der Immunologie am St. Anna Kinderspital sieht er im Klinikalltag die Möglichkeiten und Grenzen in der Behandlung krebskranker Kinder, die ihn zu tiefer greifenden Forschungsaktivitäten motivieren. Seit 2016 leitet Kaan Boztug das von ihm konzipierte und von der Ludwig Boltzmann Gesellschaft gegründete Ludwig Boltzmann Institute for Rare and Undiagnosed Diseases, an dem die St. Anna Kinderkrebsforschung als Partnerinstitution ebenso wie das CeMM – Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und die Medizinische Universität Wien beteiligt sind.

Der neue wissenschaftliche Direktor der St. Anna Kinderkrebsforschung ist nicht nur national bestens vernetzt. Entscheidend für den Fortschritt in der Forschung und die Zukunft flächendeckender Behandlungsmöglichkeiten ist für Kaan Boztug auch der Ausbau der länderübergreifenden Zusammenarbeit. „Ebenso wie bei anderen Gruppen von seltenen Erkrankungen profitiert die Erforschung von Kinderkrebs von interdisziplinärer, multizentrischer und internationaler Kooperation. Die Vision unseres Forschungsteams und des gesamten Instituts wird es sein, in naher Zukunft auch jenen Kindern dauerhaft zu helfen, die mit den vorhandenen Behandlungsmöglichkeiten noch nicht nachhaltig geheilt werden können. Dieser Anspruch prägt auch meine Arbeit und ist gleichzeitig der Antrieb für die leidenschaftliche und konsequente Weiterentwicklung unserer Forschungstätigkeit.“

 

Mit Expertise und Leidenschaft für Medizin und Forschung:

Zur Person von Kaan Boztug

Die mit der neuen Position verbundenen Aufgaben fügen sich nahtlos in den medizinisch-wissenschaftlichen Lebenslauf von Kaan Boztug ein: Nach seinem Medizinstudium in Düsseldorf, Freiburg und London und seinem Doktorat bei Iain Campbell am The Scripps Research Institute in La Jolla/San Diego in den USA absolvierte er seine klinische Ausbildung und postdoktorale Forschungsarbeit bei Christoph Klein an der Medizinischen Hochschule Hannover. Danach folgte der Ruf nach Österreich: 2011 übernahm er eine Position als Gruppenleiter am CeMM – Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Akademie der Wissenschaften in Wien und ist zwischenzeitlich als Associate Professor in der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde der Medizinischen Universität Wien tätig. Darüber hinaus ist er Leiter des CeRUD – Vienna Center for Rare and Undiagnosed Diseases und Leiter des Jeffrey Modell Expertisezentrums für angeborene Immundefekterkrankungen im St. Anna Kinderspital und an der Medizinischen Universität Wien. Seit 2016 leitet Kaan Boztug das Ludwig Boltzmann Institute for Rare and Undiagnosed Diseases. Zahlreiche Preise und internationale Auszeichnungen bestätigen die wissenschaftliche Exzellenz von Kaan Boztug, unter ihnen ein FWF-START-Preis sowie je ein ERC Starting und erst kürzlich ein ERC Consolidator Grant sowie der Clemens von Pirquet-Preis als zuletzt meistzitierter Wissenschaftler in der Kinder- und Jugendheilkunde 2018.

 

Über die St. Anna Kinderkrebsforschung

Die St. Anna Kinderkrebsforschung (Children’s Cancer Research Institute – CCRI), 1988 gegründet, entwickelt und optimiert diagnostische, prognostische und therapeutische Strategien zur Behandlung von an Krebs erkrankten Kindern und Jugendlichen durch das Verbinden von Grundlagenforschung mit translationaler und klinischer Forschung. Dabei wird der Schwerpunkt auf die spezifischen Besonderheiten kindlicher Tumorerkrankungen gelegt, um den jungen Patientinnen und Patienten die bestmöglichen und innovativsten Therapien zur Verfügung stellen zu können. Rund 120 WissenschaftlerInnen und Studierende sind in der St. Anna Kinderkrebsforschung in laufende Forschungsprojekte involviert. Derzeit arbeiten fokussierte Arbeitsgruppen auf den Gebieten der Tumorgenomik und -epigenomik, der Immunologie, der Molekularbiologie, der Zellbiologie, der Bioinformatik und der klinischen Forschung zusammen, um wissenschaftlich-experimentelle Erkenntnisse mit den klinischen Bedürfnissen der ÄrztInnen in Einklang zu bringen.

Jährlich erkranken in Österreich etwa 250 Kinder und Jugendliche an Krebs. Dank der interdisziplinären Forschungsarbeit auf internationaler Ebene können von den betroffenen Kindern bereits 70 bis 80 % geheilt werden.

 

Weitere Informationen: www.kinderkrebsforschung.at und https://science.ccri.at