LBG Forschungsgruppe "Village – How to raise the village to raise the child"

Kinder von psychisch erkrankten Eltern sind einem höheren Risiko ausgesetzt, negative Folgen für ihr Leben zu erfahren. Dazu zählen etwa physische und psychische Erkrankungen, geringere Ausbildungschancen und eine höhere Wahrscheinlichkeit, arbeitslos zu sein. Diese Belastungen können sich langfristig auf ihre Gesundheit und Zufriedenheit auswirken  und verursachen zudem lebenslang erhöhte Kosten für das Gesundheitssystem.

                                                     

Das Projekt "Village – How to raise the village to raise the child" zielt auf eine Unterbrechung dieser transgenerationalen Weitergabe von beeinträchtigter (psychischer) Gesundheit von Kindern von psychisch erkrankten Eltern ab und unterstützt daher die Entwicklung und Lebensqualität von Kindern in Österreich. Durch neu geschaffene und verbesserte Kollaboration von vorhandenen Helfersystemen und Versorgungsstrukturen, die auf die Bedürfnisse von Kindern psychisch erkrankter Eltern abgestimmt werden, sollen Probleme frühzeitig von der Community erkannt und kindgerechte Unterstützung zur Verfügung gestellt werden.

 

Um dieses Ziel zu erreichen, fokussiert sich die internationale Forschungsgruppe, die an der Medizinischen Universität Innsbruck verankert sein wird, zuerst auf die Identifikation von Kindern von psychisch erkrankten Eltern zwischen 0 und 18 Jahren, die derzeit im Versorgungssystem meist nicht erfasst sind. Danach sollen Interventionen aus der Sicht der Kinder entwickeln werden und – in der Modellregion Innsbruck – in existierende Netzwerke implementiert werden.

 

Zusätzlich sollen neue informelle Netzwerke durch Einbindung der Community, PatientInnen-Organisationen und unterschiedlichen Professionen, die mit Kindern arbeiten, aufgebaut werden. Diese neuen Strukturen sollen eine rasche und adäquate Hilfe für Kinder von psychisch erkrankten Eltern ermöglichen.

 

Nach erfolgreicher Implementierung wird das Forschungsteam diese Maßnahmen und ihre Auswirkung auf die verbesserte Zusammenarbeit der Netzwerke und ihre Kosten für das Gesundheitssystem evaluieren. Nach vier Jahren wird die Forschungsgruppe evidenzbasierte Richtlichtlinien empfehlen, in denen festgelegt wird, welche Rahmenbedingungen in der Versorgungsstruktur notwendig sind, damit vulnerable Kinder frühzeitig erkannt werden und adäquate Unterstützung erhalten.