Seit mehr als 60 Jahren wichtige Impulse

Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist eine außeruniversitäre Forschungsorganisation mit thematischen Schwerpunkten in der Medizin und den Life Sciences sowie den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Gemeinsam mit akademischen und anwendenden Partnerorganisationen betreiben wir an verschiedenen Standorten in Österreich die Ludwig Boltzmann Institute (LBI) und die Ludwig Boltzmann Forschungsgruppen (FG). Diese Einrichtungen entstehen nach einem strengen Auswahlverfahren, stoßen neue Forschungsthemen an, können flexibel auf aktuelle gesellschaftliche und wissenschaftliche Entwicklungen reagieren und interdisziplinäre Pionierforschung betreiben. Gleichzeitig bieten sie Wissenschafter:innen Freiraum zum Ausprobieren und Querdenken.

Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft ist ein Verein, mit der LBG GmbH als 100-prozentige Tochter . Die Institute und Forschungsgruppen sind rechtlich entweder in der GmbH (alle Institute und Forschungsgruppen seit der Reform 2002) oder im Verein (vor der Reform gegründete Institute) angesiedelt. Die LBG-Geschäftsstelle in der Nußdorfer Straße ist für Verein und GmbH gleichermaßen verantwortlich.

Im Jahr 2020 wurde die LBG als „zentrale Forschungseinrichtung“ in das neue Forschungsfinanzierungsgesetz (FoFinaG) aufgenommen. Im FoFinaG werden zehn zentrale Forschungs- und Forschungsförderungseinrichtungen genannt, denen per Gesetz eine langfristige, wachstumsorientierte Forschungsfinanzierung zugesichert wird. Damit erhielt die LBG langfristig mehr Finanzierungs- und Planungssicherheit.

a. LBG Weinherbst 2021. Fotocredit: Moritz Nachtschatt

Bildquelle: geschichte.univie.ac.at/de/bilder /ludwig-boltzmann-1844-1906-physik-und-philosophie

Der Namenspatron

Ludwig Eduard Boltzmann (1844–1906), Physiker und Philosoph, lehrte an den Universitäten von Wien, Graz, München und Leipzig. Seine bedeutendsten Leistungen liegen im Bereich der Thermodynamik und der statistischen Mechanik.

Wie es zur Namenswahl der Ludwig Boltzmann Gesellschaft kam, ist nicht restlos geklärt. Höchstwahrscheinlich erkor Karl Michael Koch, der erste Leiter des Instituts für Festkörperphysik und einer der Initiatoren der LBG, den Physiker zum Namenspatron. Koch kannte Engelbert Broda (1910–1983), Professor der Physikalischen Chemie an der Universität Wien, und dessen 1955 erstmals erschienene Biografie „Mensch – Physiker – Philosoph“ über Boltzmann sehr gut, die ihn wohl auf seiner Suche nach einem Namen inspirierte. Wie der Titel erahnen lässt, beleuchtet Broda in seinem Werk den „genialen Denker“ von verschiedenen Seiten und zollt dessen philosophischem ebenso wie dessen physikalischem Schaffen Tribut. Vielleicht hat Koch auch Brodas Konklusion gefallen, im Falle Ludwig Boltzmanns könne man erkennen, dass Wissenschaft eine höchst menschliche Sache sei.

Permanente Weiterentwicklung

Um konstant qualitativ hochwertige Forschung zu gewährleisten, werden alle Forschungseinheiten alle drei bis vier Jahre durch unabhängige Kommissionen evaluiert.

Diese unabhängige Kommissionen bestehen aus internationalen Expert:innen aus dem jeweiligen wissenschaftlichen Fachgebiet sowie Spezialist:innen für wissenschaftliche Evaluierungen und Forschungsmanagement. Auf diesem Wege wird sichergestellt, dass höchste Standards eingehalten und erstklassige Forschungsergebnisse produziert werden.

Die Ergebnisse dieser regelmäßigen Evaluierungen liefern die Entscheidungsgrundlage für die Nachschärfung bzw. Korrektur getroffener Maßnahmen, aber auch für die Gründung neuer oder die Weiterführung oder Auflösung bestehender Einrichtungen.

Auch die Gesamtorganisation wird Evaluationen unterzogen. Als Ergebnis einer solchen Evaluation wurden die strategischen Ziele der LBG bis 2025 folgendermaßen definiert:

  • Entwicklung neuartiger Lösungen für komplexe gesellschaftliche Problemstellungen
  • Erschließung des vollen Potenzials von Open Innovation in der Wissenschaft
  • Moderne Zugänge zu Leadership, Management und individuellen Karrierepfaden
Key Facts zur LBG

Wissenschaftliche Publikationen 2020

  • Beiträge in wissenschaftlichen Fachzeitschriften 506
  • Monographien 15
  • Sammelwerke (Herausgeberschaften, Beiträge) 140
  • Policy Paper 13
  • Sonstige Publikationen 35
  • Populärwissenschaftliche Literatur 49

Laufende Qualitätskontrolle 2020

  • Anzahl der SAB-Gremien 16
  • Anzahl der SAB-Mitglieder:innen 73
  • Evaluierte Einrichtungen 5

Kennzahlen 2020

  • Mitarbeiter:innen 735
  • Programmlinien 74
  • Laufende Drittmittelprojekte 153
  • Habilitationen und Dissertationen 22